Erfahrungsbericht

Für Kinder da sein – jeden Tag aufs Neue

Sabine Ziesen – Erzieherin im Kinderheim

Sabine spielt mit zwei Kindern an einem Tisch, im Hintergrund hängen Fotos an der Wand.

Wer bist du und was ist deine Aufgabe im Kinderheim?

Ich heiße Sabine Ziesen, bin 37 Jahre alt, staatlich anerkannte Erzieherin und seit 2011 als Fachkraft im Kinderheim tätig. Schon während meines Oberstufen- und Berufspraktikums habe ich verschiedene Wohngruppen unserer Einrichtung kennengelernt und dort wertvolle Erfahrungen gesammelt.

In meiner Wohngruppe begleite ich drei Kinder im Rahmen der Bezugsarbeit. Das bedeutet, ich bin die zentrale Ansprechpartnerin und Koordinatorin zwischen Eltern, Jugendamt, Schule, Therapeut:innen, Trainer:innen und weiteren Beteiligten. Neben dieser wichtigen Rolle gestalte ich gemeinsam mit meinen Kolleg:innen den Alltag und die Freizeit der Kinder – immer mit dem Ziel, sie individuell zu fördern und zu stärken. Ich unterstütze, wo ich kann – mit Geduld und Einfühlungsvermögen.

Sabine liest mit einem Kind auf dem Sofa ein Kinderbuch mit dem Titel ‚Die schönsten Prinzessinnen-Geschichten‘.

„Immer wenn ein Kind seinen Zielen näherkommt, weiß ich: genau deshalb mache ich diesen Beruf.“

Sabine Ziesen – Erzieherin im Kinderheim

Was war dein erster Eindruck, als du im Kinderheim gestartet bist?

Vor meinem Start im Kinderheim kannte ich keine Einrichtung, in der Kinder dauerhaft lebten. Umso mehr hat es mich überrascht – im positiven Sinne: Die Kinderzimmer und Gemeinschaftsräume waren liebevoll und individuell gestaltet.

Die Atmosphäre erinnerte mich an eine große Familie, in der jede:r seinen ganz eigenen Platz hat. Es war sofort spürbar, dass hier ein Zuhause geschaffen wurde – und nicht nur ein Ort zum Wohnen und Arbeiten.

Was ist dir in der Arbeit mit Kindern besonders wichtig – und wie kannst du das hier leben?

Mir ist wichtig, dass jedes einzelne Kind mit seiner Persönlichkeit und seiner Geschichte wahrgenommen wird. Jedes Kind bringt seinen eigenen „Rucksack“ mit und verdient die Chance, neu anzufangen.

Im Kinderheim erleben die Kinder, dass sie sich auf Erwachsene verlassen können – dass jemand für sie da ist, sich kümmert, zuhört und begleitet.

Ich kann das hier leben, indem ich mit den Kindern ihren Alltag aktiv mitgestalte, gemeinsam mit ihnen Entscheidungen treffe und Beziehungen auf Augenhöhe aufbaue. So entsteht Vertrauen und echte Entwicklung wird möglich.
Immer wenn ein Kind oder Jugendlicher seinen Zielen ein Stück näherkommt, denke ich mir: genau deswegen mache ich diesen Beruf! Diese kleinen und großen Erfolgserlebnisse, an denen ich teilhaben darf, berühren mich immer wieder.

Diese Schritte zeigen mir, dass unsere gemeinsame Arbeit wirkt – und genau deshalb mache ich diesen Beruf mit so viel Herzblut.

„Jedes Kind bringt seinen eigenen Rucksack mit – und verdient die Chance, neu anzufangen.“

Sabine Ziesen – Erzieherin im Kinderheim

Sabine spielt mit zwei Kindern an einem Tisch, im Hintergrund hängen Fotos an der Wand.

Wie wirst du in deiner Arbeit unterstützt – vom Team, der Leitung oder dem Träger?

Ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit ist die regelmäßige Teamsitzung. Sie findet wöchentlich statt und bietet Raum für kollegialen Austausch. Dabei beleuchten wir gemeinsam die Entwicklung der Kinder aus verschiedenen Perspektiven und reflektieren unser pädagogisches Handeln. Alle zwei Wochen nimmt auch die pädagogische Leitung daran teil, was uns zusätzliche fachliche Impulse gibt.

Außerdem nehmen wir regelmäßig an Supervisionen teil. Dort kann das gesamte Team – mit professioneller Begleitung – neue Blickwinkel entwickeln und Methoden kennenlernen, die unsere Arbeit bereichern.

Was schätzt du an deinem Arbeitgeber besonders?

Die Arbeit im Kinderheim bedeutet mir sehr viel – nicht nur beruflich, sondern auch persönlich. Besonders schätze ich, dass hier Rücksicht auf meine familiäre Situation genommen wird.

Mein Sohn besucht noch den Kindergarten bis mittags. Durch die Möglichkeit, im Nachtdienst zu schlafen und nur in Bereitschaft zu sein, lässt sich der Beruf wunderbar mit meinem Familienalltag vereinbaren.

Ich kann ihn meistens nach dem Nachtdienst selbst vom Kindergarten abholen und so wertvolle Zeit mit ihm verbringen. Das ist für mich ein großer Gewinn und macht die Arbeit hier noch erfüllender.